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Steel-Woche - Mehr als nur ein Projekt?

Zum vierten Mal in Folge verbrachten wir (d.h. die Steelband Kebabaluba) im Frühlingsmonat April eine Steel-Woche. Weil wir des öfters nach Sinn und Zweck unserer Steel-Wochen gefragt werden, habe ich diesen Artikel verfasst und einige Tipps für die Durchführung einer Steel-Woche angefügt. Alain Hofer

Im Mittelpunkt der Steel-Woche steht die Musik. Je nach Bedürfnis haben wir in den vier vergangenen Jahren verschiedene Schwerpunkte gesetzt. In der ersten Steel-Woche, kurz nach der Gründung unserer Band, hatten wir zum Ziel, uns ein kleines Repertoire anzulegen, sowie uns und unser neues Instrument kennen zu lernen. In der dritten Steel-Woche, letztes Jahr also, stand die Perkussion im Mittelpunkt. Wir wollten den Geschwindigkeitsschwankungen und Rhythmusproblemen endlich Einhalt gebieten. Ein Djembelehrer brachte für alle ein Djembe mit und unterrichtete uns während zweier Tage. Dazu bereicherten ein Conga-Spieler aus Chile und ein Trommel-Spieler aus dem Niger unsere Steel-Woche. Das Perkussionsproblem ist zugegebenermassen noch nicht ganz gelöst, aber in dieser Woche haben wir immerhin einige Grundrhythmen kennen gelernt. Auch haben wir dank dem Perkussionsunterricht einen wichtigen Schritt in Richtung einander zuhören gemacht. Seither spielen wir miteinander statt wie früher jeder für sich. Die diesjährige Steel-Woche stand unter einem für uns ganz neuen Stern. Diesen Sommer planen wir eine zweiwöchige Steel-Tour durch Polen. In Anbetracht dessen haben wir uns heuer auf das Lernen eines neu arrangierten polnischen Volksliedes und das Ausfeilen der bestehenden Stücke konzentriert. Jeder Einzelne hat die Zeit nutzen können, um bestehende Lücken im Repertoire zu schliessen und Unsicherheiten zu eliminieren.

Auf Ostereiersuche in panlosen Stunden
In unseren Steel-Wochen ist nicht nur die Musik wichtig. Ebenso zentral sind die panlosen Stunden zwischen den Uebungsblöcken. Ob wir zusammen kochen, einen Bummel durch die Umgebung unternehmen, zusammen philosophieren, Probleme besprechen, die Nacht durchwachen oder Ostereier suchen, wir kommen uns in der Steel-Woche näher. Ich bin überzeugt, dass wir als Band nur solange bestehen können, wie wir uns neben der Musik sonst etwas zu sagen haben. Besonders in unserem Alter (wir sind zwischen 18 und 25) ist das Gruppenerlebnis wichtig.

Eine Steel-Woche in diesem Sinn bringt die neuen SpielerInnen mit dem alten Kern der Band zusammen. So kriegen einerseits die Neuen die Gelegenheit, die Zukunft der Band entscheidend mitzugestalten, während andererseits die Verjüngungskur den Kern der Band über längere Zeit nur bereichern kann!

Von der Versuchung schnell mal nach Hause zu gehen...
Es ist vorteilhaft, die Steel-Woche in einiger Entfernung zum Wohn- und Arbeitsort der SpielerInnen durchzuführen - so ist die Versuchung kleiner, schnell mal nach Hause zu gehen. Geht jeder auch nur einmal in der Woche fort, so fehlen im Tag mindestens zwei bis drei Leute, und das Üben kommt ins Stocken. An einem bestimmten Tag geben wir jeweils ein kleines Konzert für Freunde, Verwandte und Interessierte. Denn allzu viel Besuch bringt den Uebungsbetrieb zum Erliegen. In der zweiten Steel-Woche hatten wir genau dieses Problem. Am Ende der Woche war der Frust über den geringen Fortschritt viel grösser als die Freude über den regen Besuch! Wichtig ist auch, dass alle eine Aufgabe übernehmen. Damit bleibt der Vorbereitungsaufwand für die/den Einzelnen klein. Aber eine Person sollte trotzdem den Überblick bewahren. Die Ziele der Steel-Woche sollten von allen gemeinsam vor Beginn der Woche festgelegt werden, damit alle ihre Vorstellungen und Wünsche einfliessen lassen und sich auf die Steel-Woche freuen können.

Sicher gibt es noch andere Möglichkeiten, eine Steel-Woche durchzuführen. Oder Alternativen dazu? Es würde mich freuen, in einem nächsten Panyard mehr darüber oder über andere Projekte lesen zu können.
 

Kebabaluba

In dieser Panyard Ausgabe wurde auch die Kebabaluba Steelband beschrieben, welche hauptsächlich aus Pfadfindern bestand. So glich dann auch der Bericht sehr einem der wöchentlichen Pfadi-Logbuch Einträge. Da er keine weitere historische Hintergrund Informationen liefert, wird hier auf dessen Wiedergabe verzichtet. Unbestritten ist der Wert des Konzepts an sich; eine Steelband aus Pfadislis.
Gibt's das heute immer noch?
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