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STICK + stick

Die leide Stickfrage. Stick ist eben nicht gleich Stick. Eine Geschichte um die richtigen Sticks von Claudio Pini

Ich spiele nun schon seit acht Jahren Pan. In dieser Zeit gingen verschiedene Sticks durch meine Hände. Nicht nur die Leidenschaft fürs Panspielen wuchs, sondern auch mein Interesse an den richtigen Sticks. Schon früh war mir klar, dass die Sticks keine unbedeutende Rolle spielten, welche es aber schlussendlich sein sollten, wusste ich noch nicht. Ich möchte kurz auf einige meiner Errungenschaften eingehen, mit denen ich eine zeitlang gespielt habe.

1986 Erster multifunktionaler Stick mit eingebauter Schublade und herausnehmbarem Schreib- und Nähzeug.

1987 Sticks mit auswechselbaren Knöpfen, Basssticks mit herausrollbarem Spickzettel.

1988 High-Tech Sticks aus unverwüstbarem Kunststoff (dreieckig), Alu-Sticks.

1991 Back to the roots nach meinem Trinidad Aufenthalt; Holzsticks mit Gummischlauch.

1992 Sticks aus Plexiglas, Glasfasern, Elektroröhrchen, etc.

1993 Black Sticks for Black Pans aus Carbonröhren.

Alle diese Sticks taugen zwar zum Spielen, aber keiner befriedigte mich voll und ganz. Es gab immer etwas, das störte, bis ich nun endlich meinen idealen Stick gefunden habe, was das Ziel jedes Panspielers und jeder Panspielerin sein sollte.

Anforderungen an die Sticks
Das Sticks etwas wichtiges sind, weiss jeder Tuner und jeder Arrangeur, da sie den Klang einer Steelband entscheidend mitzugestalten helfen. Meiner Ansicht nach sollten gute Sticks die folgenden Anforderungen erfüllen. Es gibt natürlich keine allgemeingültigen Rezepte, da es eine sehr individuelle Angelegenheit ist, doch einige Dinge könnten hilfreich sein.

Der Stick sollte so leicht wie möglich sein, also kein Blei, Messing oder Eichenholz enthalten, sondern Alu, Carbon, Bambus oder anderes leichtes Holz. Mit leichten Sticks lässt sich die Schlagenergie viel besser kontrollieren, mann/frau ist wendiger beim Spielen von schnellen Läufen, weil weniger Gewicht bewegt werden muss und ausserdem muss sich der Tuner weniger oft bemühen, die durch die Sticks verstimmten Pans wieder in Form zu bringen.

Gummi oder Schaumstoff?
Ebenso wichtig wie der Schaft ist natürlich das Drumherum. Hier habe ich schon die wildesten Sachen gesehen, z.B. Fahrradschläuche, Dichtungsringe, Putzhandschuhe, Infusionsschläuche mit Blutresten, Kerzenwachs, Tennisbälle, Kaugummi, Isolierband usw.

Nun, ich will nicht behaupten, dass es nicht möglich ist, mit solchen Dingen zu spielen, doch es gibt heute zeitgemässere Verschalungen. Für Tenors und Double Seconds eignet sich der aus Trinidad importierte Gummischlauch am besten. Er gibt einen vollen Klang und federt auch genug, was eine weitere wichtige Eigenschaft sein sollte. Allerdings gibt es beim Anschlag ein feines "Toc", dies stört aber höchstens Einzelspieler.

Für Guitar- und Cello-Lagen gibt es schon mehrere gute Lösungen: Feinporiger Schaumstoff in Schichten um den Stick gewickelt gibt einen weichen, angenehmen Sound ohne "Toc", federt aber nicht so gut wie ein Stick mit Cricket-Gummi aus Trinidad.

Für Basssticks eignen sich aufgerauhte Schaumstoffbälle am besten.

Ich glaube nicht, dass es den "Idealsupermegastick" gibt. Jedes Pan braucht einen ihm angepassten Stick, darum lohnt es sich einiges auszuprobieren, bis der Stick gefunden ist, der dem Pan und dem/der SpielerIn gerecht wird.
 

 
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