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TuSo Tambouren und Steelband Ostermundigen

Eine Idee - ein Experiment
von Hr. Wyman



Vor ca. 10 Jahren entsprang in einigen Köpfen die Idee, am Rande von Bern, eine selbständige Tambouren Gruppe ins Leben zu rufen. Aus dieser Idee wurde eine handfeste Realität, und schon 1 Jahr danach war der kleine Tambouren Verein mit Vorstand, Statuten, Instrumenten und tatkräftiger Unterstützung der Gemeinde zum Leben erweckt, und Ostermundigen kulturell durch einen Verein reicher. Die kurzlebige Zeit in der wir uns befinden und das Überangebot an vielfältiger Freizeitgestaltung liess aber auch dem noch jungen Vereinsleben seine Wirkung spüren. So entstand vor ca. 3 Jahren aus der ursprünglichen Idee der Gedanke ein Experiment zu starten.

Die Kleinen vergnügten sich damit auf einer Blechbüchse und mit 2 "Holzkelleli", die der Mutter aus der Küche entwendet wurden, das Trommelspiel zu imitieren. Blechbüchse an Stelle der Trommel = Ölfass an Stelle...! Die Idee zum Experiment war geboren. Durch persönlichen, körperlichen Einsatz in der sich damals noch in luftiger Höhe befindenden Steelpan-Manufaktur von Felix Rohner, wurden in den Sommerferien kräftig Blechfassböden mit Holzhämmern bearbeitet. Wenige Wochen später konnten wir in unserem Probelokal mit den ersten "Gehversuchen" - diesen neuen "Blechtrommeln", Töne, aber vielleicht auch einmal sogar Melodien zu entlocken - beginnen. An Stelle der herkömmlichen Trommelschlegel traten nun handliche kleine Sticks, und das altbewährte Böckli weicht für die Hälfte unserer Probezeit dem zu musikalischem Leben erwachten Teil eines Ölfasses.

Was Anfangs kaum realisierbar schien, begann nun Gestalt anzunehmen. Die ersten Töne auf dem für uns doch neuen Instrument, half uns Felix zu finden. Er gab uns die nötige Begeisterung und zeigte uns einen möglichen Weg um zum Ziel zu gelangen. Unser "schwerfälliges Trommelgefühl" hatte aber seinem rasanten Vorwärtsstreben nicht folgen können. So sahen wir uns veranlasst sowohl Marschrichtung wie Tempo selber zu suchen. An zwei Abenden in der Woche wurde nun abwechselnd getrommelt und intensiv "Steel Musik" geprobt. Zuerst musste die gestrenge "harte" Schlegelhaltung dem sanften, fliessenden Führen der Sticks weichen. Eine nicht allzu leichte Übung, um beidem gerecht zu bleiben. Für unseren Leiter begann sich die quälende Frage bemerkbar zu machen: Wie soll ich ihnen die Notenschrift präsentieren?
Trommelspiel = 1 Notenlinie.
Musik = 5 Notenlinien und mehr.

Aber auch dafür wurde eine brauchbare Lösung gefunden, und sie hat sich sogar, bis heute wenigstens, bewährt.

Durch diese "Strukturwandlung" ist es uns gelungen, Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene für das Pan wie für die Trommel zu motivieren und so das ehrwürdige, alte Trommelspiel erhalten zu helfen, gleichzeitig aber auch mit ähnlichen Mitteln selber im Verein zu musizieren können.

Heute präsentiert sich TuSo als ein Verein von über zwanzig Mitgliedern mit einem sicherlich ansprechenden Repertoire. Unser Ziel ist es letztendlich das direkte Wechselspiel mit Trommel und Pan gleichzeitig zum Einsatz zu bringen.
 
 
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