Die unabhängige Zeitung für Pankultur
aus dem Schweizer Steelpan Archiv
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To: The panpeople of Switzerland
From: Eric "Shorty" Lewis, panman, Trinidad

Meine Freunde und Familie, was ich hier sage, kommt aus meinem Herzen.

Als Trinidader in Bern habe ich die Panszene dieses Landes die letzten 3 1/2 Jahre beobachtet.

Ich danke dem Panyard, dass ich hier frei meine Meinung dazu äussern darf.

Bei meinem letzten Besuch 1991 war das Pan noch nicht so weit verbreitet, wie ich es jetzt sehe. Ich habe in diesem Sinne einen schnellen Zuwachs in solch einer kurzen Zeit bemerkt.

Ich habe jedes Jahr neue Steelbands gesehen, sehe dass es mehr und mehr Festivals für Steelbands gibt, wie auch viele andere Dinge, die hier in diesem Lande eine grossartige Panszene entstehen lassen. In gewissem Sinne erinnert es mich ein bisschen an die Anfänge der Steelband Bewegung in Trinidad. Viele Unruhen, viele Kämpfe (und ich meine nicht Kämpfe physischer Art). Als ich dieses Mal in der Schweiz eintraf, war ich sehr beeindruckt vom grossartigen Steelband Festival in Zug, wohin ich direkt vom Flughafen gefahren wurde. Ich war stolz, so viele Steelbands zu sehen, die zwei hektische Tage zusammen gekommen waren, um zu spielen. für mich war dies eine wundervolle Erfahrung.

Wenn ich darüber nachdenke, welche Situationen die Menschen hier meistern, plus den Aufwand, der sich manchmal ergibt, um zusammen zu üben, so ist dies irgendwie verwunderlich. doch es sagt mir eines ganz sicher: Das Steelpan in der Schweiz ist für einen hohen Platz prädestiniert.

Dies finde ich sehr lobenswert, doch da gibt es etwas, das mich ein kleines bisschen beunruhigt; dieses gegeneinander arbeiten, mit dem Ziel diese Panszene hier zu kontrollieren, somit alles zu zerstören, bevor es überhaupt richtig angefangen hat. Eine Panszene mit solch einem brillanten und cleveren Beginn. Dies stört mich. Ich denke, dies ist einer der Gründe, warum die Panbewegung in meinem Land zweimal so hart arbeiten müsste, als sie es jetzt tut. Niemand weiss wem er glauben soll, falls mal klare Information gefragt ist. Darum herrscht ein gewisser Mangel an Interesse in gewissen Dingen, die vielleicht positiver Natur für die Panbewegung wären.

Meine Empfehlung (akzeptiert sie oder nicht): Ihr solltet zusammen kommen, Eure Ressourcen zusammen bringen. So wird sich die Panszene wie jetzt weiterentwickeln können. Ihr solltet Leute ermutigen, einen Teil dieser Entwicklung zu sein, und nicht daneben zu stehen. Mit diesem Weg könnte die Panbewegung in der Schweiz zu einer der grössten und besten der Welt werden.

Ihr habt die Ressourcen, die Menschen, das Talent, die Technologie. Vereint diese Dinge und verwendet sie weise zu Eurem besten und nicht für Eure Alpträume. Dann, und nur dann, werdet Ihr eine wundervolle Beziehung mit dem Pan und den Panspielern dieses Landes haben.

Etwas anderes dem Ihr mehr Bedeutung beimessen sollt: Macht das Pan ein bisschen mehr zu einem Teil Eurer selbst, und nicht nur zu einem neuen Ding. Ich wundere mich manchmal sehr über die Ideen, die an die Panspieler in dieser Region gegeben werden. Ich bin einverstanden, manche von uns gebrauchen das Pan um den Stress, den wir uns während der Arbeit oder zu Hause eingefangen haben, wieder loszuwerden (sehr gut). Doch seid ein kleines bisschen mehr interessiert, was unsere Instrumente angeht. Ich denke dann, und nur dann, werdet Ihr auch zum gewünschten Ziel gelangen.

Ich hoffe, ich habe Euch nicht gekränkt? Entschuldigt mich, falls ich es tat.

Bleibt dran Schweizer Panspieler

Mit lieben Grüssen
Eric 'Shorty' Lewis
 
 
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